Bericht des Verwaltungsrats

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre



Die IBB-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020 wieder ein sehr erfreuliches Resultat.

Resultat

Das neue Jahr begann hocherfreulich, konnte die IBB doch aufgrund der Fusion zwischen Brugg und Schinznach-Bad die Wasserversorgung übernehmen und die dortigen Bezügerinnen und Bezüger als ihre neuen Kundinnen und Kunden begrüssen. Herzlich willkommen!

Schon bald wurde klar, dass das Coronavirus auch die Schweiz und in der Folge auch das Versorgungsgebiet der IBB erreichen würde. Entsprechend hat die IBB im Februar des Berichtsjahres alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um jederzeit die Versorgungssicherheit in allen Bereichen gewährleisten zu können.

An den Energiebeschaffungsmärkten löste die Pandemie, verschärft durch die verfügten Lockdowns, sehr grosse Volatilität aus. Wegen der grossen Unsicherheiten an den Märkten und der kurzzeitigen Überversorgung fielen die Handelspreise auf historische Tiefs. Reservierte Energie musste zu schlechten Preisen an den Börsen zurückverkauft werden. Dank ihres ausgewogenen Kundenmix – mit grösseren Kunden im ICT-Markt – und mit flexibler Logistik konnte die IBB diese schwierige Situation erfreulich gut meistern. Im Gasgeschäft senkte die IBB im April ihre Preise und konnte so Beschaffungsvorteile zeitnah an die Endkundinnen und -kunden weitergeben. Die Strompreise stiegen bereits vor den Sommerferien sowie die Gaspreise ab September wieder kräftig an und übertrafen Ende Jahr die Niveaus der Vorjahre.

Der Energieabsatz nahm im Strom um fast 10 % und im Gas um 4 % ab. Dafür stieg die Nachfrage nach erneuerbaren Energien weiter an. Im Strom orderten Marktkunden 35 % mehr Energie aus Wasserkraft (+11 GWh), und auch der Anteil Biogas stieg um 3.6 GWh an. Aufgrund des Absatzrückgangs konnte der Gesamtumsatz des Vorjahres nicht mehr ganz erreicht werden. Er liegt aber nur 0.5 % tiefer bei CHF 64.6 Mio. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei den Dienstleistungen eine spürbare Steigerung erzielt werden konnte. Der Gewinn ging bloss um 3 % auf CHF 9.7 Mio. zurück, was aufgrund der grossen Verwerfungen im Verlauf des Jahres als Erfolg bezeichnet werden kann. Die Dekarbonisierung steht im Fokus der Diskussionen und auch unseres Handelns. Gemeinden kommen auf die IBB zu, um lokale Projekte zu realisieren. Dabei setzt die IBB auf den Ausbau und die Nutzung der lokalen erneuerbaren Energien, die Stärkung der Energieeffizienz und die Nutzung von Synergien für die alternative Mobilität.

2020 legte die IBB ihr Hauptaugenmerk auf die Wärme- und Kälteversorgung.

Einerseits werden im Versorgungsgebiet Nahwärmeverbunde mit einem aktuellen Potenzial von fast 30 GWh entwickelt, andererseits soll Erdgas zunehmend durch erneuerbares Gas substituiert werden.

 

Im Hinblick darauf wirkt die IBB sowohl an nationalen als auch an internationalen Projekten mit, um das erste Ziel – 30 % erneuerbares Gas bis 2030 – zu erreichen.

Im Versorgungsgebiet wird zudem der Bau von Photovoltaikanlagen mit und ohne Beteiligung der IBB vorangetrieben. Die IBB bietet dabei attraktive Rückeinspeisekonditionen an. Auch die IBB-Lösung für das Eigenverbrauchsmodell kommt bei den Kundinnen und Kunden gut an. Weitere Produkte und Dienstleistungen in diesem Bereich werden 2021 lanciert.

Bezüglich Energieeffizienz erhielt die IBB zwei Aufträge für den Umbau der öffentlichen Beleuchtung auf modernste LED-Technik mit intelligenter Steuerung. Am Bahnhof Brugg wird ab Mitte 2021 ein Elektrobus der Postauto AG zum Einsatz kommen. Dabei soll mehrheitlich Strom vom Perrondach bezogen werden. Zur Optimierung der Lastspitzen wird eine Speicherlösung evaluiert und eingesetzt. Die Vorarbeiten dazu konnten 2020 effizient erledigt werden.

 

BilanderNeben solchen Innovationen verfolgt die IBB mit der Planung einer Wohnüberbauung im Brugger Bilander die Zielsetzung, dort auch energetische Vorzeigelösungen zu realisieren. Im September kürte ein Wettbewerb ein würdiges Siegerprojekt, das von einem Architekturbüro aus der Region stammt. Im Bild Auftraggeber und Jurymitglieder.

 

Weihnachtsbeleuchtung

 

 

Nach 60 Jahren wurde in Brugg eine neue Weihnachtsbeleuchtung in Szene gesetzt, die nicht nur energetisch, sondern auch punkto Design die Stadt in einem angenehmen und romantischen Licht erscheinen lassen soll.

 

Aufgrund des vorliegenden Ergebnisses beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 21 %.

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr grosses und diszipliniertes Engagement in dieser aussergewöhnlichen Situation. Der Dank richtet sich auch an unsere Kundinnen und Kunden. Ihr Vertrauen und ihr Feedback helfen der IBB, für eine erfolgreiche und nachhaltige Energiezukunft in unserer Region zu sorgen.

Martin Sacher, Präsident des Verwaltungsrats